Bing als alternative Suchmaschine

Heute schon geBINGt? Die Suchmaschine von Microsoft im Aufwind

Bing Logo BildBING, die Suchmaschine von Microsoft, hat sich zu einer echten Alternative entwickelt und fordert den Branchen-Führer Google heraus. Gerade hierzulande ist „googeln“ seit mehr als zehn Jahren das Synonym für Internet-Suche schlechthin – und bisher auch zu Recht. Die Qualität der Suchergebnisse sowie die benutzerfreundliche Oberfläche haben von Beginn an neue Standards gesetzt und konnten Internet-User und Experten gleichermaßen überzeugen. Mittlerweile ist mit BING eine ernst zu nehmende Konkurrenz herangewachsen und das kann uns Nutzern nur zugutekommen, denn schließlich belebt Wettbewerb bekanntlich den Markt. Ob Microsoft die Vormachtstellung Googles herausfordern kann, wird sich noch zeigen – ein genauer Blick auf die Alternative kann sich jedoch lohnen.

BING: Vom Außenseiter zum ersten Verfolger

Bing Love BildDie Suchmaschine BING hat seit ihrer Einführung im Juni 2009 einen langen Weg zurückgelegt. Damals als Nachfolger des verstaubten Live Search ins Rennen geschickt, konnte sich die Suchmaschine vor allem aufgrund der Kooperation mit Yahoo schnell etablieren, allerdings nur im niedrigen Prozentbereich. Mit einem Marktanteil in Deutschland von 90% blieb Google tonangebend in Sachen Online-Recherche-Tool. In den USA, dem Heimatland des Suchmaschinen-Konzerns, liegt der Marktanteil von Google bei etwas über 60 % und in Russland und China noch darunter ( Quelle ). Diesen Umstand hat Microsoft offensichtlich als Herausforderung verstanden und das aus gutem Grund: Wer die Suchanfragen von heute kennt, der weiß auch, was morgen gekauft wird. Suchanfragen zu kennen und zu verstehen ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil in der Werbung und im Vertrieb. Spätestens seit dem größeren Umbau von BING im Jahr 2012 wird auch klar, dass Microsoft eine dreiteilige Strategie verfolgt. Zum einen wird das Erfolgs-Konzept vom Branchen-Leader nachgeahmt. Der Blick auf die Ergebnisse einer BING-Suche kann schon zu einem Deja-vu-Erlebnis werden: übersichtliche Benutzeroberfläche, hilfreiche Info-Blöcke zum gesuchten Thema und eigene Seiten für Ergebnisse zu Videos, News oder Karten. Der zweite Teil von Microsofts Strategie ist die umfangreiche Einbindung in das eigene Betriebssystem. Die nahtlose Verbindung von Desktop- und Internet-Suche wurde bereits mit Windows 8 eingeführt und ist mit der virtuellen Assistentin Cordana nun voll entwickelt. Wer es möchte, kann BING zum eigenen Desktop-Hintergrund machen und somit ständig verbunden sein. Das dritte Standbein der BING-Strategie ist Kooperation. Alleine die Änderung der Standard-Suchmaschine bei Firefox von Google auf Yahoo hat Ersterem einen spürbaren Marktanteil gekostet. Gemeinsam haben diese drei Teile dazu beigetragen, dass BING in Deutschland mittlerweile mit 405 Millionen Suchanfragen pro Monat einen Marktanteil von über 10 % erreicht. Die Strategie wäre jedoch erfolglos, würde nicht auch die Qualität und das Benutzer-Erlebnis stimmen. Und hier hat BING ein bis zwei Features, von denen wir uns wünschen würden, dass auch Google sie implementiert.

BING-Features: Das kann die Suchmaschine

Der Internet-Auftritt von BING hat sich, wie schon erwähnt, in den letzten Jahren erheblich verbessert. Von der bunten Startseite mit nützlichen Informationen bis zu Video-Preview und Modern Image Search hat Microsoft seiner Suchmaschine einige nützliche Tools spendiert, die einen näheren Blick wert sind.

Die BING-Ergebnis-Seite: Die Pflicht jeder Suchmaschine

Die Qualität der Such-Ergebnisse hat sich bereits seit dem Relaunch von BING im Zuge der Einführung von Windows 8 erheblich verbessert und wird auch von kritischen Usern positiv anerkannt ( Quelle ). Zudem hat Microsoft auch bei der Darstellung der Such-Ergebnisse zugelegt und bietet nun neben der Auflistung der Treffer auch die nützlichen Info-Karten über Zusatzinformationen: Auszüge aus Wikipedia-Artikeln, Flug-Informationen oder die Verortung auf den eigenen Karten. Besonders interessant sind auch die Ergebnisse bei ortsbezogenen Such-Anfragen, da BING hier die Ergebnisse des eigenen Wetter-Dienstes einfügt. Darüber hinaus zeigt sich, dass Microsoft sehr gut von Google gelernt hat. Die speziellen Ergebnis-Seiten zu Bilder, Videos, Karten und News sind grundsätzlich bereits bekannt. BING weicht aber in einigen Details positiv vom Vorbild ab. Der Übersetzer-Dienst von Microsoft bringt zum Teil bessere Ergebnisse, als bei der Konkurrenz. An diesem Punkt hat Microsoft offensichtlich stark investiert, da die Übersetzer-Funktion mittlerweile in 50 Sprachen verfügbar ist und auch in Windows 10 integriert wurde.

Die BING-Startseite: Der persönliche News-Room

Die Startseite von BING ist anders als bei Google grundsätzlich bunt und mit einem News-Ticker ausgestattet. Dieses Feature ist besonders für jene interessant, die einerseits BING zu Ihrer Startseite gemacht haben und andererseits mit einem Microsoft-Konto eingeloggt sind. Dadurch kann der Vorteil der Personalisierung voll genutzt werden und die Nachrichten der Startseite werden entsprechend dem persönlichen Bedarf angepasst. Natürlich muss jeder Nutzer das auch mögen: Eine bunte Startseite, die alle persönlichen Vorlieben kennt, ist nicht nach jedermanns Geschmack. Das lässt sich jedoch in den Einstellungen zum Teil anpassen.

Video-Preview und Modern Image Search

Obwohl die Integration der Bilder- und Video-Suche nicht von Microsoft erfunden wurde, geht BING dabei eigene und interessante Wege. Was jedoch für die einen ein nützlicher Mehrwert ist, ist für die anderen ein Ärgernis. Hinter dem Begriff Modern Image Search verbirgt sich die Möglichkeit, Bilder bereits in der vollen Auflösung in der Suchmaschine zu finden. Anders als bei Google werden die Suchergebnisse nicht skaliert sondern in der vollen Größe dargestellt. Vor allem Internet-Nutzer auf der Suche nach einem neuen Desktop-Hintergrund für den 4K-Monitor können sich darüber freuen. Die Suchmaschine präsentiert auch Videos bereits mit einem Preview, das einen kurzen Teaser zum eigentlichen Video abspielt und neben der Information zur Plattform auch das Datum des Uploads anzeigt. Dadurch kann sich die Video-Suche auf YouTube erheblich vereinfachen. Für Betreiber von Web-Seiten, wie eben YouTube, ist diese BING-Funktion jedoch sehr ärgerlich, da es den Internet-Nutzer in vielen Fällen davon abhält, die eigentliche Website zu besuchen. Der Nutzer kann auch das volle Video in BING eingebettet betrachten. Der Unterschied ist für den Nutzer zunächst praktisch, im Kampf um Werbe-Kunden ist dieses Detail jedoch für die Betreiber der Webseiten ein Nachteil. Google war und ist nach wie vor die Nummer eins in Bezug auf Internet-Suchmaschinen. Obwohl beim Branchen-Führer noch nichts von nachlassender Entwicklungs-Bereitschaft zu sehen ist, zeigt Microsoft mit seiner Suchmaschine BING, dass die eine oder andere Funktion doch noch benutzerfreundlicher aussehen kann. Die gute Qualität der Such-Ergebnisse, eine durchdachte Startseite und die sehr guten Übersetzer- und Wetter-Dienste sind eine gute Basis. Die gelungene Integration von Bildern und Videos auf der BING-Seite machen neugierig darauf, was der Software-Hersteller in Zukunft noch zu bieten hat.

Kommentare (2)

  1. Friedrich

Bing & decide

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  1. Schwede

Moin Alex,

Interessantes Projekt. Werde es im Auge behalten, denn jede Alternative zu Google ist mir sehr willkommen!

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